Kulturhistorischer Pfad

Kulturhistorische Pfad Gemeinde Bäk

Im Jahr 2007 hat die am Ratzeburger See gelegene Gemeinde Bäk einen kulturhistorischen Pfad eingerichtet. Auf reich bebilderten Infotafeln mit gelungenen Wortbeiträgen wird die Kurzfassung der Gemeinde-Chronik anschaulich dargestellt.

Erleben Sie auf der etwa 1,5 km langen Wanderung die lokale Geschichte und genießen die Besonderheiten der hiesigen Natur.

Die neun Schautafeln enthalten z. B. Informationen über die kirchliche und kommunale Geschichte und die industrielle Wassermühlenära. Dargestellt wird auch die spezielle Grenzsituation der Kommune in der Nachkriegszeit. Im November des Jahres 1945 ermöglichte ein Gebietstausch zwischen den englischen und russischen Besatzungsmächten (Barber-Lyaschenko-Abkommen) dem bis dahin mecklenburgischen Bäk eine Zukunft in Schleswig-Holstein.

Aber auch die Flora und Fauna sowie Geologie im Kupfermühlental werden anschaulich beschrieben.

Ein wichtiges Thema ist dabei der Landschaftswandel. So wird über die Anlage einer Streuobstwiese informiert und die von der Gemeinde Bäk durchgeführte naturnahe Bewirtschaftung der Flächen im Mühlenbachtal dargestellt. Mit dieser Maßnahme sollen wertvolle Alt- und Totholzbestände gesichert werden.

Die Schautafeln beginnen an der Schiffsanlegestelle am Domsee, einem Teil des Ratzeburger Sees. Dort bietet sich dem Betrachter ein herrlicher Panoramablick auf die kirchengemeindliche Ortskirche Bäk’s, den Ratzeburger Dom. Über den Papengang führt der Pfad durch das Kupfermühlental, die Gemeindestraßen Am Hang und Schlagsdorfer Weg bis fast zur Gemeindegrenze der Muttergemeinde Mechow.

Bäk hat sich in über 4 Jahrhunderten zu einer familienfreundlichen und aktiven Wohnsiedlungsgemeinde entwickelt. Die Schautafeln sollen die Rückbesinnung auf Vergangenes und die Rücksichtsnahme auf Flora und Fauna fördern und die Freude über die Gemeinde Bäk und ihre schönen Seiten präsentieren.

Einen ersten Eindruck dieser Tour erhalten Sie hier (Datei im PDF Format ansehen / herunterladen).

Geschichte des Bistums Ratzeburg und der Gemeinde Bäk

Heinrich der Löwe gründete 1154 das Bistum Ratzeburg. Die Gründung erfolgte im Zuge der Missionierung und Besiedlung bis dahin slawischer Siedlungsgebiete. Die Grenzen des Bistums reichten im Westen bis nach Hamburg, im Norden bis nach Lübeck, im Osten bis nach Wismar und im Süden bis an die Elbe. Auf der Insel im Ratzeburger See wurde zwischen 1160 und 1220 der romanische Dom errichtet.

Im westlichen Mecklenburg erwarben die Bischöfe im Mittelalter umfangreichen Landbesitz. Hier herrschten sie als Landesherren. 1554 überließ der damalige Bischof das Bistum dem Herzog von Mecklenburg, der die Reformation einführte. Nach der Säkularisation (1648) gehörte dieses Land des früheren Bistums als „Fürstentum Ratzeburg“ zu Mecklenburg. Nach der Teilung Mecklenburgs im Jahre 1701 war das Fürstentum Ratzeburg Teil des Herzogtums (später Großherzogtums) Mecklenburg-Strelitz. Erst 1934 wurden beide Teile Mecklenburgs wieder vereinigt.

Die Gemeinde Bäk war bis 1945 mecklenburgisch und gelangte dann im Zuge eines Gebietsaustausches zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungsmacht zum Kreis Herzogtum Lauenburg. Der untere Teil des Bäker Wappens nimmt auf die Zugehörigkeit zum Fürstentum Ratzeburg Bezug.

Kirchlich gehört ein Teil von Bäk bis heute zur Domgemeinde, die immer noch Teil der mecklenburgischen Landeskirche ist.

Von der Bäk bestand durch die Jahrhunderte eine Fährverbindung zum Ratzeburger Domhof. Die Anlegestelle befand sich früher bei der Pfaffenmühle, heute Badestelle Bäk.

verwendete Quellen: Chronik der Gemeinde Bäk

Die Pfaffenmühle am Ratzeburger See

Die Pfaffenmühle

Die Pfaffenmühle („Papenmolen“), die am Auslauf der Bäk in den Ratzeburger See lag, erhielt ihren Namen, weil sie eine Gründung des Ratzeburger Domkapitels war. Das Domkapitel war eine Gemeinschaft von Geistlichen, die den Bischof wählen durfte und gemeinsam mit ihm das Bistum regierte. Dem Prior und den Domherren standen die
Pachteinnahmen der Pfaffenmühle zu.

Urkundlich wurde die Mühle 1363 zuerst erwähnt. Die Einwohner aller umliegenden Dörfer waren gezwungen, hier ihr Korn und Malz mahlen zu lassen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kam die Mühle in den Besitz der mecklenburgischen Landesherrschaft. 1926 brannte die Mühle ab und wurde nicht wieder aufgebaut. An der Mühle lagen auch die Anlegestelle der Domfähre und der „Papenkraug“ (Pfaffenkrug), die älteste Gaststätte auf der Bäk.

Belagerung und Zerstörung Ratzeburgs 1693

1693 wurde die Stadt Ratzeburg von dänischen Truppen belagert und mit Artillerie beschossen. Bei diesem Bombardement wurde Ratzeburg fast völlig zerstört. Auch auf der Bäk, ungefähr auf dem Platz, an dem heute das Christophorus-Haus steht, befand sich eine Stellung der dänischen Artillerie.

Kurhaus Bäk

Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen zahlreiche Gäste nach Bäk, um die reizvolle Umgebung des Ortes zu genießen. Eine zeitgenössische Beschreibung schwärmt von der Landschaft, „die mit zu den lieblichsten in Norddeutschland gehört.“ Auf einer Anhöhe oberhalb des Sees entstand ein „Sommer-Etablissement“ mit einem großen Saal und einem Kaffeegarten. Über 400 Gäste konnten hier Platz finden. Nach dem Anbau eines zweigeschossigen Hoteltrakts wurde daraus das „Kurhaus Bäk“.

In den Jahren um 1950 wurde das Kurhaus verkauft und die Gebäude wurden abgerissen. An gleicher Stelle entstand das kirchliche Christophorus-Haus, ein Jugend- und Freizeitheim des Kirchenkreises Lübeck.

verwendete Quellen: Chronik der Gemeinde Bäk, historische Postkarten

Geologie und Pflanzenwelt des Steilhanges

Geologie

Das Bäktal und die benachbarten Seen verdanken ihre Entstehung der letzten Kaltzeit, der Weichselkaltzeit. Das Bäktal ist ein subglaziales Tal, und zwar ein sogenanntes Durchbruchstal. Dieses ist durch Schmelzwässer, die unter dem Gletschereis geflossen sind, entstanden. Der Ursprung der Schmelzwässer lag im Bereich des heutigen Mechower Sees, der in der Weichselkaltzeit ein Gletscherzungenbecken war. Von hier bahnte sich das Schmelzwasser seinen Weg zum nächsten Gletscherzungenbecken, wo sich heute der Ratzeburger See befindet. Typisch für solche Gletscherzungenbecken sind steile Hänge am „Kopfende“ und an den Seiten des Beckens. Noch heute sind solche steilen Hänge am Ostufer des Domsees sichtbar, etwas rückliegend auch am Unterlauf der Bäk.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Der Steilhang der Bäk

In Schleswig-Holstein sind natürliche Steilhangsituationen von besonderem natur- und landeskundlichen Interesse und oft orts- und landschaftsprägend. An Steilhangsituationen mit bodenständigem Laubwald kommen in Schleswig-Holstein sehr seltene und besonders schutzbedürftige Pflanzengesellschaften, z.B. der Waldgersten-Buchenwald, vor. An sonnenexponierten Standorten gibt es eine große Anzahl wärme liebender Pflanzen, die wegen der besonderen Standortbedingungen im Land ebenfalls selten sind.

Im unteren Bereich des Bäktals ist ein bis zu ca. 30 m hoher, nach Osten ausgerichteter Steilhang ausgebildet. Bewachsen ist dieser mit einem Buchen-Altbestand. Manche Bäume zeigen bedingt durch Bodenrutschungen Säbelwuchs. Auf abgerutschten Flächen entwickelt sich ein junger Buchenbestand.

Die Vegetation des Steilhanges entspricht dem Biotoptyp des Mergel - Hangbuchenwaldes. Bei der landesweiten Biotopkartierung wurden hier viele seltene an solche Standorte gebundene Pflanzenarten gefunden, die heute noch hier wachsen.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Hinweis zur anderen Bachseite

Auf der gegenüberliegenden Seite des Tals stand früher die sechste der acht Bäker Mühlen, eine Kupfer- und Messingmühle, die bis 1868 in Betrieb war. Das heute noch vorhandene frühere Wohnhaus der Mühle wurde
wahrscheinlich 1722 errichtet. Es wurde nach der Einstellung des Mühlenbetriebes bis 1969 als Forstgehöft genutzt. Danach diente es als Gaststätte mit dem Namen “Haus im Kupfermühlental”. Heute wird es privat genutzt.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Mergel-Hangbuchenwälder

Der Mergel-Hangbuchenwald kommt in Schleswig-Holstein nur auf Sonderstandorten vor und ist hier an Hangbereiche glazial entstandener Erosionsrinnen oder Geländehohlformen gebunden. Unter den Baumarten ist die Rotbuche absolut vorherrschend, Sträucher fehlen meist.

Charakteristische Arten der Krautschicht sind Fingersegge (Carex digitata), Leberblümchen, Wald-Labkraut (Galium sylvaticum), Frühlings-Platterbse, Nickendes Perlgras (Melica nutas), Waldgerste (Hordelymus europaeus), Christophskraut (Actaea spicata), Wald-Orchideen und andere seltene Arten. An kühlen absonnigen Stellen kommt der Wald-Schwingel (Festuca altissima) häufig vor.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Leberblümchen (Hepatica nobilis)

Blütezeit März bis April, vor allem im Kalk-Buchenwald und an Erosionshängen auf Mergelböden, Vorkommen in Schleswig-Holstein nur in der östlichen Landeshälfte, stark gefährdet und besonders geschützt.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)

Blütezeit Juni bis September, auf nährstoffreichen, nicht entkalkten warmen Ton- und Lehmböden, in Hanglage, im lichten Kalk-Buchenwald, auch in Wald- u. Gebüschsäumen, nur wenige Vorkommen in Schleswig-Holstein, stark gefährdet.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Hügel-Klee (Trifolium alpestre)

Blütezeit Juni bis August, auf warmen, nicht zu leichten Böden, in lichten Wäldern und im Saum von Waldrändern und Waldwegen, in Schleswig-Holstein nur im Südosten des Landes mit wenigen Vorkommen, vom Aussterben bedroht.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)

Blütezeit April bis Mai, auf reichen Böden, Mullboden- und Kalkzeiger, gern in Hanglage, in krautreichen Buchen- und Mischwäldern, in Schleswig-Holstein stark gefährdet.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Nickendes Leinkraut (Silene nutans)

Blütezeit Mai bis August, auf warmen trockenen meist flachgründigen Steinböden oder steinig-sandigen Lehmböden, in lichten Buchen- und Buchenmischwäldern, auch an Säumen, in Schleswig-Holstein nur mit wenigen Vorkommen, stark gefährdet.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Färber-Ginster (Genista tinctoria)

Blütezeit Juni bis August, auf Lehm- und Tonböden, etwas wärmeliebend, im lichten Buchen-Eichenwald, an Weg- und Waldrändern, früher Färbe-Kulturhistorischer Pfad und Heilpflanze, in Schleswig-Holstein vom Aussterben bedroht.

verwendete Quellen: Darstellungen aus dem BLV-Pflanzenführer

Die ehemaligen Mühlen an der Bäk

Mühlen wurden seit dem Spätmittelalter zur Energieerzeugung für die unterschiedlichsten Gewerbearten genutzt. Wegen des starken Gefälles der Bäk konnte die Wasserkraft des Bachlaufes schon früh dafür eingesetzt werden, Mühlen anzutreiben. Oberhalb der Pfaffenmühle, die als Kornmühle 1363 zuerst erwähnt wurde, wurden im späten 16. Jahrhundert weitere sieben Mühlen errichtet, die ein wirtschaftliches Zentrum in der Region bildeten.

Um allen acht Mühlen das für ihren Betrieb notwendige Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen, erließ das Ratzeburger Domkapitel Bestimmungen über den Gebrauch des Wassers und die nachbarlichen Beziehungen der Mühlen untereinander. Die Mühlen zogen Fachkräfte an, die u.a. aus der Mark Brandenburg, aus Sachsen und aus Skandinavien kamen. Es entstand eine Siedlung, aus der die heutige Gemeinde Bäk hervorgegangen ist.

An der Bäk waren folgende Mühlen in Betrieb:

  1. Eisen- und Stangenmühle (1581 errichtet, später Kupfermühle)
  2. Papiermühle (1586, später Messingmühle)
  3. Beutlermühle (1588, Lederbearbeitung, später Kupfermühle)
  4. Messingmühle (1590)
  5. Pulvermühle (1588, später Drahtmühle, Sensen- oder Messerschmiede)
  6. Lohmühle (1586, später Messingmühle)
  7. Walkmühle (1590)
  8. Pfaffenmühle (Kornmühle, 1363 zuerst erwähnt)

Die Rohstoffe wurden ebenso wie die Fertigprodukte auf dem Wasserweg über den Ratzeburger See und die Wakenitz von und nach Lübeck transportiert. Ein Teil der Produkte fand in der näheren Umgebung Verwendung. So wurden z.B. auch die Taufbecken des Ratzeburger Doms und der Kirche Ziethen in den Bäker Mühlen gefertigt.

Mit der verstärkten Nutzung der Dampfkraft konnten die Mühlen nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Bis auf die Pfaffenmühle stellten die Mühlen an der Bäk 1868 ihren Betrieb ein. Die Pfaffenmühle brannte 1926 ab.

verwendete Quellen: Chronik der Gemeinde Bäk, Verein Oevelgönner Wassermühle e.V.

Leben im Gewässer

Als einer der wenigen ständig wasserführenden Kerbtalbäche hat die Bäk eine herausragende Bedeutung als Lebensraum für alle Tiere die im bzw. am Wasser leben. So nutzt z. B. der Fischotter die Bäk regelmäßig als Wanderweg zwischen den Seen. Als Kerbtal werden schmale, tief in die Umgebung eingeschnittene und durch steile Böschungen begrenzte Täler bezeichnet. Hier stellt sich unser Gewässer durch einen naturnahen Verlauf des Bachbettes mit
geschwungener Linienführung, Sand- und Kiesbänken sowie Kolken und einem gewässertypischen Bewuchs mit Erlen im Ufersaum dar.

Schützenswert sind Teile der Gewässerfauna. Hier insbesondere Kleinlebewesen wie Steinfliegen und
Köcherfliegen oder die Flussnapfschnecke, die in der Bäk vorkommen und zu den fließgewässertypischen Arten gehören, die schnellfließende Bäche auszeichnen. Der Körper der Steinfliegenlarve ist nur 6 bis 9 mm lang.

Die bis zu 40 mm langen Köcherfliegen bauen sich ein Gehäuse/Köcher aus Materialien, die am Bachgrund zu finden sind, z. B. Baumrinde oder Sandkörner. In diesem Köcher leben sie solange wie der Lebensabschnitt als Larve dauert.

Die Flussnapfschnecke, die nur 5 bis 7 mm lang und ca. 4 mm hoch wird, sitzt auf Steinen im Gewässer. Ihr Gehäuse ist so geformt, dass es der Strömung durch die mützenartige Form möglichst wenig Widerstand bietet. Dadurch kann sich die Schnecke mit wenig Kraftaufwand auf den Steinen halten und dort kleine Algen abweiden, von denen sie lebt.

Flohkrebse, die bis zu 24 mm lang werden, ernähren sich vor allem von ins Wasser gefallenen Blättern, das bedeutet, dass für diese Tierart Bäume am Ufer des Baches lebensnotwendig sind.

Die größten Veränderungen durch menschliche Eingriffe hat das Gewässer vom 16. - 18. Jahrhundert erlebt. Wegen des hohen Längsgefälles der Bäk wurden zahlreiche Mühlenstaue angelegt, um die Wasserkraft zu nutzen. Der landläufige Begriff des Kupfermühlentales ist dadurch begründet. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Mühlenbetrieb nach und nach eingestellt.

Die heute noch vorhandenen Querbauwerke sind Reste der ursprünglichen Mühlenanlagen

verwendete Quellen: Chronik der Gemeinde Bäk, historische Postkarte, Wikipedia, Kosmos-Naturführer “Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher?”

Die Bäk - ein besonderer Bach

Die Bäk verbindet den Mechower Sees mit dem Ratzeburger See. Als Einzugsgebiet eines Gewässers wird der Bereich bezeichnet, aus dem ein Bach oder See mit Wasser gespeist wird. Dies geschieht durch oberflächlichen Zufluss bei Regen und durch unterirdischen Zufluss aus dem Grundwasser, bzw. aus Quellen. Dieses Gebiet umfasst hier eine Fläche von rd. 50 km². Mehrere Quellgewässer speisen den Mechower See und die Bäk, wobei die Mehrzahl davon in Mecklenburg – Vorpommern entspringt.

Die bedeutendsten Gewässer sind: die Groß Molzahner Rinne mit der Wietingsbek, der Mechower Grenzgraben, Thandorfer Graben sowie die Schusterbäk in Bäk. Einige davon sind in der Landschaft nicht sichtbar, weil sie durch lange Rohrleitungen verlaufen.

Wegen der Speicherwirkung der Seen ist der Wasserabfluss in der Bäk eher klein. Trotzdem fließen in der Regel mehr als 10 Mio. m³ Wasser pro Jahr zum Ratzeburger See. Bei Hochwasser sind es über 2 m³ in der Sekunde. Die Bäk und ihre Zuflüsse verbinden den Naturraum des Westmecklenburgischen Hügellandes mit den Ausläufern des Ostholsteinischen Hügellandes. Die Talrinne der Bäk wurde durch Schmelzwasserabflüsse vom Mechower See zum Ratzeburger See nach der Weichseleiszeit gebildet. Sie zeichnet sich durch meist sandige bzw. kiesige Ablagerungen aus. Bei einer gesamten Gewässerlänge der Bäk von nur 3,4 km zwischen dem Mechower See und dem Ratzeburger See beträgt der Höhenunterschied 27 m, das ist für schleswig-holsteinische Verhältnisse ungewöhnlich viel.

Aus dem großen Höhenunterschied und der kurzen Fließstrecke ergibt sich ein hohes Gefälle. Es war daher naheliegend, diese günstige Situation zur Energiegewinnung zu nutzen. In früheren Zeiten wurden an der Bäk deshalb viele Stauanlagen zur Wasserkraftnutzung betrieben. Das Tal der Bäk ist auch als Kupfermühlental bekannt. Heute wird jedoch keine Stauanlage mehr wirtschaftlich genutzt. Die Bedeutung von Tal und Bach liegt nun mehr in der Funktion als wichtiges Bindeglied / Verbundachse zwischen dem Wakenitztal / Ratzeburger See sowie den Seen des Schaalseegebietes und dem Grenzgebiet zwischen Schleswig – Holstein und Mecklenburg - Vorpommern.

verwendete Quellen: Gewässer- und Landschaftsverband Herzogtum Lauenburg

Der Landschaftswandel im Kupfermühlental innerhalb des letzten Jahrhunderts

Das Tal in den Jahren um 1950 - von der Ober-Bäk zur Unter-Bäk

Auf dem Bild sehen Sie im Vordergrund die Schulstraße, von Nordwesten her betrachtet, und im Hintergrund den Südhang des Kupfermühlentals. Dieser ist noch weitgehend frei von Wald und davor ist der Gewässerlauf der Bäk mit den Kopfweiden noch gut zu erkennen.

Auf dem Bild sehen Sie die Unter-Bäk mit dem auslaufenden Bäktal und den letzten Gebäuden der Pfaffenmühle (Die Mühle brannte im Jahre 1926 ab.) und im Hintergrund das Kurhaus Bäk (heute Christophorus-Haus Bäk). Das Tal hat noch einen relativ stark genutzten und offenen Charakter.

"Das Bäktal heute":

Das Luftbild aus dem Jahre 2002 zeigt die Einmündung der Kreisstraße Nr. 60 (Ratzeburger Straße) in die Schulstraße / Mechower Straße von Südwesten gesehen. Im Bildvordergrund befinden sich auf der rechten Seite die heute bewaldeten Südhänge des Kupfermühlentals. Rechts von dieser Bildtafel sehen Sie noch Wiesenflächen, die früher im tieferen Bereich einen riesigen etwa 300 Meter langen und 80 Meter breiten Mühlenteich umfassten.

Im Vordergrund sehen Sie die Schulstraße / Mechower Straße und den früheren Kreuzungsbereich mit der damaligen Trassenführung der Kreisstraße Nr. 60. Diese Trassenführung erfuhr beim Straßenneubau ab 1973 eine doch wesentliche Veränderung, dem die Gebäude des Bauernhofes Teut (am rechten Rand des Bildes) zum Opfer fielen. Die spätere Aussiedlung der Hofstelle des Landwirts führte zu einer wesentlichen Öffnung des Mühlenbachtales in südwestlicher Richtung. Links vom Kreuzungsbereich sehen wir die Bauernstellen Meiburg und Wendt, deren Gebäude heute - auch der hinter uns liegende Rundbau - nur noch als Wohnhäuser genutzt werden. Der Rundbau war früher im unteren Bereich der Güllebehälter des Milchviehbetriebes Meiburg.

Das Bild zeigt die im Tal gelegene Hofstelle Heitmann, an der Sie im weiteren Verlauf des Weges vorbeikommen oder - wenn Sie von Nordosten kommen - gerade vorbeigekommen sind. Auch hier hat sich der heutige Gebäudebestand gegenüber den fünfziger Jahren erheblich verändert. Darüber sieht man die Bäk in einer offenen Wiesenlandschaft. Die oberhalb gelegenen Hänge sind ebenfalls noch gehölzfrei.

Geschichte der Gemeinde Bäk und der Büdnereien

Aus der Geschichte der Gemeinde Bäk

Seine Entstehung und seinen Namen verdankt das Dorf dem Bachlauf der „Bäk“ (= Bach), die an der Westseite des Mechower Sees entspringt und diesen mit dem Ratzeburger See verbindet. Wegen des starken Gefälles des Baches konnte die Wasserkraft schon früh genutzt werden, um Mühlen anzutreiben. Auf den Höhen nordwestlich der Bäk
entwickelte sich seit dem späten 16. Jahrhundert das Dorf als Siedlung für die Arbeitskräfte der im Tal betriebenen Mühlen. Durch Land, das von den benachbarten Staatsdomänen Mechow und Römnitz abgenommen wurde, wuchs die Gemarkung Bäk ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf die heutige Größe.

Büdnereien

Da die Gemeinde Bäk ursprünglich kein Bauerndorf war, sondern aus einer Siedlung von Arbeitskräften der Mühlen hervorgegangen ist, haben sich hier kleinste Bauernstellen, so genannte „Büdnereien“ (von “Bude”) entwickelt. Die Büdner konnten von ihrer Landwirtschaft allein nicht leben und waren daher gezwungen, einen weiteren, meist
handwerklichen Beruf, auszuüben. Die kleinen Landstellen, von denen es in Bäk 45 gibt, wechselten früher sehr häufig den Besitzer.

verwendete Quellen: Chronik der Gemeinde Bäk

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Bäk zu einer selbständigen Gemeinde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs die Bevölkerung des Dorfes durch Flüchtlinge und Vertriebene auf mehr als das Doppelte. Am 1. Mai 1945 wurde Bäk zunächst von amerikanischen Truppen befreit und danach vorübergehend von britischen Truppen besetzt. Am 2. Juli 1945 wurde das Dorf dann Teil der sowjetischen Besatzungszone. Am 13. November 1945 wurde im Barber-Lyaschenko-Abkommen ein Gebietsaustausch zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungszone im lauenburgisch-mecklenburgischen Grenzgebiet beschlossen. Im Zuge dieses Gebietsaustausches gelangte die Gemeinde Bäk zur britischen Besatzungszone und gehört seither zum schleswig-holsteinischen Kreis Herzogtum Lauenburg.

Kulturhistorischer Pfad Bäk

Aufsatz von Frau Jutta Kürtz, Chronik der Gemeinde Bäk

Das Kupfermühlental - Ein kleines Paradies

Bäk blieb aber bis heute ein ungewöhnlich schöner, zuweilen sogar schwärmerisch beschriebener Wohnort. Das stille Kupfermühlental ist ein kleines Paradies, mit seiner Naturkulisse, mit den hohen buchenbestandenen Hängen, in dem noch der Eisvogel brütet, mit den versumpften Erlenwäldern und einem spiegelblanken Bachlauf. Romantik pur. Bäk und seine Umgebung ist ein Fundort seltener geschützter Fauna und Flora. Die Geschichte vom Laubfrosch, der aus dem Garten auf die Fensterbank hüpft, ist nicht erfunden...

Oben auf der Höhe von Bäk, im angrenzenden Mechower Holz, entdeckt man Seeadler und Falken und den Milan, seltene Pilze und wunderschöne Moose. Ein Gedicht – fast eine „Nationalhymne“ (entstanden vermutlich um 1900, Verfasser unbekannt):

"Was liegt dort so strahlend in sonnigem Glanz
Hin über der Buchen braunschimmerndem Kranz?
Was blickt so zutraulich hinaus auf den See,
Was trotzte den Stürmen, dem Regen und Schnee?
Was winkt nach des Winters beschaulicher Ruh'
Ein fröhlich' ein freundlich „Willkommen!“ uns zu?
Die Bäk ist's – das sag ich mit Wonnegefühl:
Sie ist uns und bleibt uns ein herrliches Ziel.
Im murmelnden Rauschen die munteren Quellen,
Sie springen und tänzeln hinab in die Wellen:
Dort jauchzt schon der Taucher:
„'t wardt Tied, nu wardt Tied!“
Taucht munter schnell unter am grünenden Ried.
Und hinten im Schlehdorn am Mühlentalhaag
Da jubelt die Drossel mit lustigem Schlag
D'rum ist uns, das sag ich mit Wonnegefühl,
Die „Bäk“ – und sie bleibt es –
ein herrliches Ziel.
Drei Schritte in die Schlucht unter Eichen und Buchen
Da kannst du frisch-duftigen Waldmeister suchen
Der heut zwar nur kundigem Aug' sich erschliesst,
Weil tief unter'm Laub verborgen er spriesst,
Blau Hungerblümchen am Waldweges Rand,
Es nickt so vertraulich und tut so bekannt:
Ja es ist doch und bleibt doch – ich sag's mit Gefühl –
Die „Bäk“ ein gar herrliches Ausflüg'ler-Ziel.

In der Nähe befindet sich der Kulturhistorische Pfad der Gemeinde Bäk. Dieser Pfad bietet interessante
Informationen zur historischen Entwicklung der Gemeinde Bäk mit dem Kupfermühlental und Wissenswertes zu Natur und Landschaft.

Das „Herrenhaus“

Das „Herrenhaus“, an das heute nur noch die Bezeichnung „Herrengarten“ erinnert, diente als Wohnhaus für die Mühlenaufseher und Mühlenschreiber. Von den späteren Besitzern wurde es als Sommerhaus genutzt. Es ging später in den Besitz des Landes Mecklenburg über. Seit den 1860er Jahren stand das Haus leer und verfiel allmählich, ehe es 1890 abgebrochen wurde.

Ehrenmal

Das 1928 eingeweihte Ehrenmal verzeichnet nicht nur die Gefallenen der Gemeinde Bäk, sondern auch die Gefallenen der damals noch mecklenburgischen Gemeinden Mechow, Römnitz, Wietingsbek und Ziethen sowie der bis 1937 selbständigen Gemeinde Domhof-Ratzeburg. Das Denkmal wurde auf Initiative des Kriegervereins für Ziethen und Umgebung an der Stelle errichtet, an der früher das so genannte „Herrenhaus“ stand. 1978 wurde die Gedenkstätte so umgestaltet, dass auch die Namen der Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs aus Bäk,
Mechow und Römnitz auf einer Marmorplatte festgehalten wurden. Die Ketten, die das Ehrenmal einfassen, sind Ankerketten eines deutschen Kriegsschiffs, das zusammen mit anderen deutschen Kriegsschiffen nach dem Ende des Ersten Weltkriegs von der
deutschen Marine bei Scapa Flow selbst versenkt wurde.

verwendete Quellen: Aufsatz von Frau Jutta Kürtz, Chronik der Gemeinde Bäk

Das Fürstentum

Heinrich der Löwe gründete 1154 das Bistum Ratzeburg. Die Gründung erfolgte im Zuge der Missionierung und Besiedlung bis dahin slawischer Siedlungsgebiete. Die Grenzen des Bistums reichten im Westen bis nach Hamburg, im Norden bis nach Lübeck, im Osten bis nach Wismar und im Süden bis an die Elbe. Auf der Insel im Ratzeburger See wurde zwischen 1160 und 1220 der romanische Dom errichtet. Im westlichen Mecklenburg erwarben die Bischöfe im Mittelalter umfangreichen Landbesitz. Hier herrschten sie als Landesherren. 1554 überließ der damalige Bischof Christoph von der Schulenburg das Bistum dem Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, der die Reformation einführte und dessen Bruder Christoph Administrator des Bistums wurde. Nach der Säkularisation (1648) gehörte dieses Land des früheren Bistums als „Fürstentum Ratzeburg“ zu Mecklenburg. Nach der Teilung Mecklenburgs im Jahre 1701 war das Fürstentum Ratzeburg Teil des Herzogtums (später Großherzogtums) Mecklenburg- Strelitz. Erst 1934 wurden beide Teile Mecklenburgs wieder vereinigt.

Die Gemeinde Bäk war bis 1945 mecklenburgisch und gelangte dann im Zuge eines Gebietsaustausches zwischen der britischen und der sowjetischen Besatzungsmacht zum Kreis Herzogtum Lauenburg. Der untere Teil des Bäker Wappens nimmt auf die Zugehörigkeit zum Fürstentum Ratzeburg Bezug.

Kirchlich gehört ein Teil von Bäk bis heute zur Domgemeinde, die immer noch Teil der mecklenburgischen Landeskirche ist. Gegenüber dem Dom, an der Anlegestelle der Ausflugsschifffahrt, beginnt der Kulturhistorische Pfad der Gemeinde Bäk (siehe Lageplan in der Tafelmitte). Dieser Pfad bietet interessante Informationen zur historischen Entwicklung der Gemeinde Bäk mit dem Kupfermühlental und Wissenswertes zu Natur und Landschaft.

verwendete Quellen: Karte des Fürstentums; Lauenburgische Heimat, Heft 56, 1967